Reich, aber im Grunde arm

Eine Autobiografie erzählt, wie New Yorks Geldelite ihren Nachwuchs aufzieht


Rezension: Barbara Tóth
Stadtleben | aus FALTER 07/16 vom 17.02.2016

Mütter in der Stadt, noch dazu superreiche - wie leben die? Am Ende nicht viel anders als normale Mütter ohne Penthouse und Hauspersonal. Aber an den Superreichen lassen sich die geschriebenen und ungeschriebenen Regeln modernen Aufzuchtverhaltens besser, weil drastischer schildern.

Davon lebt Wednesday Martins Bestseller "Primates of Park Avenue", der letztes Jahr in den USA Schlagzeilen machte und im März auf Deutsch erscheint. Er zerlegt, bissig und treffend, auf anthropologisches Wissen gestützt, die Sitten in dem wohl reichsten Viertel Manhattans zwischen 5th Avenue und Park, 60. und 91. Straße.

Ihre Studienobjekte sind etwa 150 Mütter, die sie in den ersten vier Jahren nach der Geburt ihres Sohnes kennenlernte. Martin ist Journalistin, hat Antrophologie studiert und ist mit einem New Yorker Investmentbanker verheiratet. Als das Paar sein erstes Kind erwartet, zieht es aus dem gemütlicheren "Village" New Yorks an die geldige Upper East Side. Der besseren öffentlichen Schulen

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