DaWanda und Co: Wir stricken und die Investoren stricken mit

Stadtleben | Eva Konzett | aus FALTER 07/16 vom 17.02.2016

Der Armreif kommt in Papier verpackt, mit Schleife und handschriftlichem Gruß. Ein kleines Kunstwerk, das ausschaut, als hätte der Versender ein paar Minuten seiner Zeit geopfert für jemanden, der ihm lieb ist. Tatsächlich hat er außer den Kontodaten und der Adresse keine Ahnung, an wen er das Schmuckstück verschickt. Muss er auch nicht. Denn der Armreif ist keine Aufmerksamkeit unter Freunden, sondern Gegenstand eines Geschäfts. Die Onlineplattform DaWanda hat es abgewickelt und dafür Einstellgebühr und Provision eingestrichen. Alle 20 Sekunden wird auf DaWanda ein Schmuckstück verkauft. Mehr als 340.000 Hersteller bieten ihre Produkte feil.

DaWanda, das ist das Ebay der Handarbeitsliebhaber, ein Marktplatz für Selbstgemachtes, der Anbieter und Käufer zusammenbringt. Es ist das Versprechen nach individueller Fertigung jenseits von Massengeschmack und Billigkonsum. Und es ist die Wette einiger Investoren auf das große Geld. 2015 hat der amerikanische Risikokapitalfonds Insight


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