Für immer neu

Friedrich Cerha, einer der wichtigsten Komponisten der Gegenwart, wird 90. Und zeigt erstmals seine Malerei


Würdigung: Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 07/16 vom 17.02.2016

Der Wiener Komponist Friedrich Cerha, der am 17. Februar seinen 90. Geburtstag feiert, hat es nicht eilig. Im Jahr 1964 malte er in seinem Sommerhaus in Maria Langegg ein Bild, oder genauer: Cerha strich Spachtelmasse auf ein Holzbrett und tupfte Farben auf die zerklüftete Oberfläche. Dann hängte er das Objekt im Freien auf, Regen und Sonne ließen die grellen Farben und scharfen Kanten verwittern. "Jetzt gefällt es mir wieder", sagt der Künstler über ein halbes Jahrhundert später.

Der Komponist wohnt mit seiner Frau Gertraud Cerha, mit der er seit dem Musikstudium zusammen ist, in einem Wiener Villenviertel. Nicht weit von dem Jahrhundertwendehaus entfernt befindet sich die Villa Beer, ein Hauptwerk des Architekten Josef Frank (1885-1967), den das Mak derzeit in einer Ausstellung feiert.

Sofort fallen in der Cerha-Wohnung die bunten Vorhänge auf, die Frank für die schwedische Firm Svenskt Tenn entwarf. Ausgesucht hat sie die Architektin Ilse Henning, eine Schülerin von Adolf Loos,

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