Die Glosse vom Falter

Punkterl

Falter & Meinung | aus FALTER 08/16 vom 24.02.2016

Am Bahnhof Praterstern hat ein Barkeeper einen Döner gegessen, mit scharf und Zwiebel. Und offenbar hat der Mann als weitere Zutat auch ein bisschen Luft verschluckt.

Die Luft hat er - in Gegenwart eines Schutzmannes - aus dem oberen Verdauungstrakt durch den Mund entweichen lassen.

Weil das laute Rülpsen, anders als bei den Mayas in Chiapas, in Wien nicht dazu dient, Dämonen auf Opfertiere zu übertragen, zückte der Polizist seinen Strafblock und bestrafte den Mann mit 70 Euro. Von der im Verwaltungsstrafgesetzbuch ermöglichten Abmahnung sah der Ordnungshüter ab. Er hält das Rülpsen für eine Straftat - zumindest im öffentlichen Raum.

Diese Strafenpraxis muss Schule machen, nicht nur bei den kleinen Zwiebelfressern, sondern auch ganz oben, im Aschermittwochszelt oder in den politischen Fernsehdiskussionen, wo die einen heiße Luft reden und die anderen sie schlucken und sofort wieder entweichen lassen.

Die Exekutive hätte der Republik einen großen Dienst getan. Rülps.


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