Das große Unbehagen

Immer öfter protestieren Wiener gegen Flüchtlingsquartiere. Wie gefährlich sind die Massenunterkünfte tatsächlich? Und wo sind die meisten Flüchtlinge der Stadt untergebracht?

Politik | Reportage: Nina Horaczek, Nina Brnada | aus FALTER 08/16 vom 24.02.2016


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Der Zuhörer in der dritten Reihe zum Beispiel. Er hat sich schon eine halbe Stunde vor Sitzungsbeginn in Rage geredet, sein Kopf ist richtig rot. „Wir haben alle Kinder und Enkelkinder, das lassen wir uns nicht gefallen“, ruft er seiner Sitznachbarin zu. Auch die alte Frau mit dem rot-schwarzen Pulli ist außer sich. „Man sperrt mich ein“, klagt sie, „wegen der Asylanten trau mich nicht mehr aus meiner Wohnung“.

In der Polgarstraße in Wien-Donaustadt sind seit kurzem 80 junge Männer, die nach Wien geflüchtet sind, in ein ehemaliges Arbeiterwohnheim gezogen. Vergangenen Montag lud die FPÖ deshalb zur Sondersitzung im Bezirk. Etwa 150 Zuhörer versammelten sich im Haus der Begegnung in der Donaustadt. „Ihr verarscht uns ja nur“, rufen sie den Bezirkspolitikern entgegen, „wir dürfen eh nix entscheiden“, brüllen muskelbepackte Burschen, die Seniorinnen nicken.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige