Theater Kritiken

Unerträgliche Langsamkeit nach Márquez

Lexikon | Theresa Gindlstrasser | aus FALTER 08/16 vom 24.02.2016

Der Theaterabend "Schmetterling im Eis" ist im Untertitel als "Versuch über Márquez' ,Hundert Jahre Einsamkeit'" bezeichnet. Und wie im Roman verschwimmen auch hier Narrativ und Chronologie zu einer hypnotischen Familienkonstellation. Arturas Valudkis (Regie, Musik, Raum, Kostüm) hat passgenau für den Lichthof der Anti-Galerie Durchhaus inszeniert. Fensterläden knallen, Kerzenlicht flackert und schmelzendes Eis tropft vom Luster auf den Tisch. Die Schauspieler Martin Bermoser, Markus Kofler und Julia Schranz treten als Gruselkarussell auf, geben erst in unerträglicher Langsamkeit den surrealen Witz der Dialoge preis. "Das ist nicht kalt. Das ist schön", heißt es da. Die Schönheit des konzentrierten Schauspiels entfaltet sich in der Kälte der reduzierten Szenerie. Eine einfache Geschichte wird da nicht erzählt.

Durchhaus, Fr, Sa 20.00


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