Tiere

Wuttiere

Peter Iwaniewicz wünscht sich wie in Deutschland Wolfsbetreuer, Wolf-Zentren und ein Lupus-Institut

Falters Zoo | aus FALTER 08/16 vom 24.02.2016


Was haben Ziesel, Wechselkröte, Juchtenkäfer und Wolf gemeinsam? Erstens: Sie kommen in Österreich vor. Und zweitens: Sie befinden sich an Orten, wo sie nicht hingehören. Ich bin ja auch für Natur, und ich unterstütze regelmäßig einige Balkonpflanzen. Meine Urlaube verbringe ich sogar mittendrinnen in der Natur, weil ich gern im Meer schwimme. Da teile ich mir das ganze Wasser mit anderen Tieren. Das ist echt nicht jedermanns Sache. Also man kann mir sicher keine Naturfeindlichkeit vorwerfen.

Aber. Natur soll doch bitte dort bleiben, wo sie hingehört. Und das sind eben jene Orte, wo es keine Menschen gibt. Sonst gibt es doch immer nur Probleme und Zwietracht. Der Juchtenkäfer im Wiener Hörndlwald soll ja extra von Naturschützern dort ausgesetzt worden sein, um ein Bauprojekt zu verhindern. Die seltenen Käfer leben verborgen unter der Rinde. Sie irgendwo zu finden und lebend in Hietzing auszusetzen ist sehr schwierig, zeigt aber, zu welch extremen Taten diese Leute fähig sind.

Die Wechselkröte auf dem Gelände des ehemaligen Wiener Nordbahnhofs konnte sich wahrscheinlich erst durch die Aktionen naturfreundlicher Magistratsmitarbeiter der Stadtverwaltung ausbreiten. Im angrenzenden Rudolf-Bednar-Park hat man eigens die notwendigen Wasserbecken geschaffen, ohne die sich Amphibien nicht entwickeln können. Und zack, schon leben mehr als 50 Kröten dort, die von der Roten Liste für Wien als „vom Aussterben bedroht“ ausgewiesen werden. Kein Wunder, wenn man deswegen den Verkauf dieser Immobilie nicht öffentlich ausgeschrieben hat, weil eine Umweltverträglichkeitsprüfung für das Areal fehlt. Wie schon gesagt, ich persönlich finde Naturschutz wichtig, aber bitte doch nicht immer dort, wo Baufirmen bauen wollen. Diese ganze Natur überall nimmt langsam überhand. Mit Nationalparks, Biosphären-Regionen und Naturschutzgebieten lockt man dann erst wieder weitere Natur an, und die kommt, um zu bleiben. Die Ziesel in Stammersdorf hat man mit einem formschönen Steg und Tunnel freundlich, aber vergeblich zum Gehen eingeladen. Und jetzt kommt der Wolf. Natürlich gibt es da eine strenge europäische Richtlinie zum Schutz dieser Tiere, aber als Naturschützer würde ich die eigenhändig … na ja, das kann man ja heutzutage nicht mehr offen so sagen. Jedenfalls ist mir Natur ein großes Anliegen, nur bitte nicht dort, wo sie stört!


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