Am Apparat Telefonkolumne

Was ist da auf dem Semmelweis-Areal passiert, Frau Winkler?

Politik | Interview: Josef Redl | aus FALTER 08/16 vom 24.02.2016

Bei Immobilienverkäufen der Stadt Wien auf dem Areal der Semmelweis-Klinik soll es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Wir haben bei der zuständigen Leiterin der MA 69, Marion Winkler, nachgefragt

Die Stadt Wien hat 2012 einen Grund an die at home Immobilien GmbH verkauft. Warum wurden keine alternativen Angebote eingeholt?

Das Projekt ist der Stadt angeboten worden und hat aus mehreren Gründen gepasst. Die Gesellschaft hat mit der Errichtung eines Kindergartens auch für soziale Infrastruktur gesorgt und die Durchquerung des Areals weiter ermöglicht.

Aber das hätte jeder andere Immobilienentwickler auch machen können. Warum keine Alternativangebote?

Gewinnmaximierung ist eine Sache. Aber die Stadt hat auch andere Interessen.

Die at home Immobilien GmbH gehört mehrheitlich der Gewerkschaft Bau-Holz. In der SPÖ-dominierten Stadt Wien wird außer Konkurrenz an die Gewerkschaft verkauft. Verstehen Sie, dass viele von einer schiefen Optik sprechen?

Ich verstehe vieles. Die Koalitionsregierung hat diese Entscheidung getroffen. Der Preis war marktkonform. Das hat ein gerichtlich beeideter Sachverständiger errechnet.

Derselbe Gutachter hat zuvor über eine Gesellschaft eine Immobilie auf dem Areal erworben. Von allen Gutachtern in der Welt - warum dieser?

Sie haben sicher recht, das sieht nicht schön aus.

Aber wie kann man einen offensichtlich Befangenen beauftragen?

Ich muss davon ausgehen, dass alle Standesregeln eingehalten wurden. Der Gutachter, der seinen Eid darauf abgelegt hat, müsste andernfalls von sich aus den Auftrag ablehnen.

Sie sind die Einzige, die sich öffentlich zu dem Thema äußert. Werden Sie politisch alleingelassen?

Ich fühle mich nicht alleingelassen, weil nach bestem Wissen und Gewissen und gemäß dem Beschluss im Wiener Gemeinderat gehandelt wurde.


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