Zeichen und Wunder

Der Semiotiker und Autor Umberto Eco hinterlässt ein unglaubliches Massiv an Gelehrsamkeit und sinnlicher Vergnüglichkeit

Feuilleton | Nachruf: Alfred Noll | aus FALTER 08/16 vom 24.02.2016

Auch wer nicht zur Rührseligkeit neigt, den wird Trauer befallen ob des Verlusts. Man mag sich trösten mit den gängigen Plattitüden, niemand sei unersetzlich, ein Schriftsteller - zumal einer wie Eco - der lebe in seinen Werken weiter etc. etc. All dies ändert freilich nichts daran, dass er jetzt tot, dass seine Stimme verstummt und dass es mit seiner physischen Präsenz auf den Bühnen von Wissenschaft, Literatur und Publizistik vorbei ist.

Erst ein dem Anlass seines Todes geschuldeter Rückblick macht deutlich, welch schier unglaubliches Massiv an Gelehrsamkeit, einsichtsvoller Denkanstrengung und sinnlicher Vergnüglichkeit dieser Mann hinterlässt. Keine Kammer war ihm zu dunkel, als dass er sie nicht neugierig betreten hätte, keine Abstraktionsluft war ihm zu dünn, als dass er nicht doch auch unter solch erschwerten Flugbedingungen zu Höhenflügen angesetzt hätte, und kein Medium war ihm zu trivial, als dass er nicht auch noch dort nach Erfahrungen und Möglichkeiten verstandesmäßiger


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