Anbauen, auftischen, aufrufen!

6000 alte Gemüse- und Kultursorten lagern im Archiv der Arche Noah im niederösterreichischen Schiltern. Neben botanischer leistet man dort immer mehr politische Arbeit

Landleben | Text: Julia Kospach | aus FALTER 08/16 vom 24.02.2016


Foto: Richard Nebesky / robertharding / picturedesk.com

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Sie heißen „Erdbeerpopcorn“ und „Wachauer Weißer“, „Smokey Blue“ und „Hansls Goldschatz“, „Zuckerfee Gelb“, „Weißer Prinz“ oder „Zimmerhackl Ocker“. Sie sind dunkelrot und cremefarben, blaugrau, goldig-gelb oder senffarben und leuchten wie bunte Schmuckperlen aus den Glasflaschen, in denen sie gebettet sind. Einige von ihnen sind bauchig rund und einfärbig, andere besitzen einen Farbverlauf, sind schmal, eckig und länglich, einige sind dick wie Erbsen, andere kaum größer als Linsen.

Es handelt sich um Mais. Genauer gesagt: um die Samen verschiedener Maissorten. Sie lagern im Samenarchiv der Arche Noah im niederösterreichischen Schiltern, ganz hinten links im vorletzten Regal, ungefähr auf Augenhöhe. Nur für den Fall, dass man einmal das Vergnügen hat, diesen Raum zu betreten. Die genannten Sorten sind eine Auswahl. Hier stehen noch Dutzende Maisgläser mehr, Sorte für Sorte geordnet, fein säuberlich von Hand beschriftet, mit ihrem botanischen und ihrem deutschen – oder auch ungarischen, kroatischen oder tschechischen – Namen.


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