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Großstadtromane

Feuilleton | aus FALTER 08/16 vom 24.02.2016

Dorota Maslowska, quasi die Helene Hegemann Warschaus, jagt die Leser durch eine globalisierte US-Großstadt. Die Handlung ist betont abgefahren, führt in die Gegenwelt der antibakteriellen Handgels und Yogastunden. Die Figuren sind allesamt psychisch ziemlich im Eck. Margo etwa, die kaprizierte Tochter eines Unternehmers mit Bürgermeisterambition, ist ein ausgemachter Grauselbär. Ein Nachbar wiederum "hatte den hellwachen Blick von jemandem, der vor zwanzig Jahren im Teich ertrunken ist."

Maslowskas Beobachtungsschärfe ist wie HD-Fernsehen, dieser Auflösung hält der Mensch mit seinen Pickeln und Poren nicht stand. Es finden sich zuhauf fulminante Sätze und schöne Stellen, etwa über "Männer mit vom Trunk unfesten Gesichtern". Ist der Roman "Liebling, ich habe die Katzen getötet" ein Schlag gegen die neoliberale Selbstoptimierungsdoktrin? Das kann man bei guter Laune unterstellen. DM

Dorota Maslowska: Liebling, ich habe die Katzen getötet. Deutsch von Olaf Kühl. Kiepenheuer &


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