Musiktheater Kritiken

Patriarchen, eine Diva und virtuose Tenöre

Lexikon | HR | aus FALTER 08/16 vom 24.02.2016

Gioachino Rossinis 1816 komponierter "Otello", in den männlichen Hauptrollen mit brillanten Tenören zu besetzen, ist zu Unrecht vergessen. Damiano Michieletto inszeniert das Musikdrama in biedermeierlichen Marmorräumen als Familienaufstellung: Ein Reicher, dessen Tochter Desdemona (grandios: Nino Michaidze) heimlich mit dem arabischen Geschäftsmann Otello (brillant: John Osborn) liiert ist, will diese aus Prestigegründen mit dem Dogensohn Rodrigo (nicht minder virtuos: Maxim Mironov) verheiraten. Dem Cousin Jago (Vladimir Dmitruk) gelingt es, Otello in den Schmutz zu ziehen (es gibt eine drastische Schlammschlacht) und diesem einzureden, Desdemona sei ihm mit dem Rivalen untreu. Diese geht als Opfer und wahre Heldin sehenden Auges in den Tod, nachdem sie auch schon bei Rossini das "Lied von der Weide" gesungen hat.

Theater an der Wien, Fr, So, Di 19.00


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