Ein Amerikaner in Paris bei Omelette und Chablis

Zum 100. Todestag liegt Henry James' schillerndes Spätwerk "Die Gesandten" in neuer Übersetzung vor

Feuilleton | Lektüre: Klaus Nüchtern | aus FALTER 08/16 vom 24.02.2016

Im Leben und Werk von Henry James ist eine rege transatlantische Reisetätigkeit zu beobachten. Schon als Säugling, Kind und Jugendlicher hatte der aus New York gebürtige Schriftsteller gemeinsam mit den Eltern zahlreiche Reisen nach Europa unternommen, die mit längeren Aufenthalten verbunden waren. In seinen Romanen hat James, der am 28. Februar 1916 als britischer Staatsbürger in London verstarb, den Culture-Clash zwischen Alter und Neuer Welt immer wieder als zentrales Motiv genutzt, dabei aber durchaus unterschiedliche Akzente gesetzt.

Scheitert in "The American"(1877) der Protagonist mit dem vielsagenden Namen Christopher Newman beim Versuch, in eine altehrwürdige französische Adelsfamilie einzuheiraten, noch an deren Borniertheit, so erweist sich ein Jahr später das titelgebende Geschwisterpaar aus "The Europeans" als wahre Naturgewalt, welche die muffi gen Gemächer ihrer freudlos verzopften Verwandtschaft tüchtig durchlüftet.

Ein Vierteljahrhundert später greift "Die Gesandten"


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