Wien Marathon

Die Letzten werden ...

Anna Bellmonds Lauftagebuch

Stadtleben | aus FALTER 08/16 vom 24.02.2016

Abgerechnet wird am 10. April. Bis dahin einfach laufen und laufen und laufen. Falls irgendjemand eine stark schwitzende Wahnsinnige mit hochrotem Kopf und einer giftgrünen Steiermark-Windjacke auf der Prater-Hauptallee immer dieselbe Strecke auf-und abtrotten sieht, darf er mich jedenfalls gerne anfeuern.

Begonnen hat alles am Tag nach der Weihnachtsfeier. Vom schlechten Gewissen (wegen übermäßigen Konsums von Schnitzel und Kaiserschmarren) geplagt, habe ich zugesagt. Wenn's in der Zeitung steht, ist man ja gewissermaßen gezwungen, auch wirklich laufen zu gehen. Allerdings habe ich erst vergangene Woche mit meinem Training begonnen. Den Jänner kann man ja auch viel schöner als im regnerischen Wien verbringen, zum Beispiel am feinen Sandstrand in Südostasien, mit einem kühlen Getränk in der Hand. Die Zusagen ("Ja fix, Walter, abgemacht, zweimal die Woche geh ich laufen, Walter") waren letztlich, wer hätte das gedacht, leere Versprechungen. Oh oh. Aber jetzt gilt's: Die neuen Laufschuhe stehen bereit und wollen benützt werden.

Das erste Gruppentraining ist natürlich ernüchternd. Mit großem Abstand nicht einmal die volle Distanz zu schaffen, während Läufer jenseits der 60 mit unglaublicher Leichtigkeit an mir vorbeiziehen, kann einen wirklich frustrieren. Für mich darf das jetzt nicht Selbstaufgabe, sondern muss Motivation bedeuten, mich immer und immer wieder bei Wind und Wetter nach Schönbrunn zu begeben. Und wenn man erst einmal anfängt, läuft's dann eh immer besser.

Also, wir sehen einander im Ziel. Wenn wir uns das übermäßige Schnitzel und den übermäßigen Kaiserschmarren nachträglich verdient haben.

PS: Der Brief mit der Anmeldung zum Frauenlauf war schon im Postkasten. Will ich mir das wirklich noch einmal antun? Glaub schon.

PPS: Bezüglich Klaus Nüchterns Rhönradballetts - auf mich kann er zählen!


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige