Seinesgleichen geschieht

Europäische Verkommenheit und deutsche Halbhegemonie

Der Kommentar des Herausgebers

Falter & Meinung | Von Armin Thurnher | aus FALTER 08/16 vom 24.02.2016

Als vergangenen Sonntag Moderatorin Ingrid Thurnher in der Debatte "Im Zentrum" den ungarischen Sozialminister Zoltán Balog fragte, ob sich die ungarische Regierung nicht schäbig vorkomme, EU-Gelder en masse zu akzeptieren und gleichzeitig jede Solidarität in der Flüchtlingsfrage zu vermeiden, antwortete dieser: "Die Unterstützung, die wir bekommen, dafür haben wir 40 Jahre lang im Kommunismus gelebt."

Was heißt das? Betrachten Länder des ehemaligen Ostblocks ihre Jahre im Kommunismus als Schuld von Resteuropa? Muss der Westen Reparationszahlungen für etwas leisten, das er nicht getan hat? Leiten die Orbán-Ungarn aus ihrem verflossenen Opferstatus das Recht ab, sich zu benehmen, wie sie wollen? Der Westen hat in der Vergangenheit Hunderttausende ungarischer Flüchtlinge aufgenommen, nun soll er dafür zahlen, dass die Ungarn flüchten mussten?

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung legt nahe, dass diese Art von Floriani-Flüchtlingspolitik, so populistisch sie auch aussehen mag, nicht


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