Eine verfluchte Gegend

Über das neue Wien Museum wird hitzig debattiert. Wieder einmal könnte das Projekt zum Scheitern verurteilt sein

Feuilleton | Erkundung: Stefanie Panzenböck | aus FALTER 08/16 vom 24.02.2016


Karlsplatz, 1909: Die Bauschablone Otto Wagners für ein Historisches Museum der Stadt. Wagners Entwurf wurde nie gebaut (Foto: Wien Museum)

Karlsplatz, 1909: Die Bauschablone Otto Wagners für ein Historisches Museum der Stadt. Wagners Entwurf wurde nie gebaut (Foto: Wien Museum)

Am Rande einer Aulandschaft vor den Toren Wiens. Um die Stadt vor weiteren Pestepidemien zu bewahren, hatte Kaiser Karl VI. versprochen, eine nach dem Heiligen Karl Borromäus benannte Kirche bauen zu lassen. 1716 wurde der Grundstein eines an barockem Prunk kaum zu übertreffenden Gotteshauses gelegt, das in Sichtachse zur Hofburg stehen sollte.

Als Mitte des 19. Jahrhunderts die Stadtmauern geschleift wurden, war diese vom Wienfluss durchzogene Gegend ein Teil des Glacis, und zur Vorstadt hin von privaten Wohnhäusern und öffentlichen Bauten begrenzt. Auch ein Stadtmuseum sollte sich dort einfügen. Doch eine Entscheidung dafür fiel immer wieder politischen Querelen zum Opfer. Erst 1959 wurde der Karlskirche das Wien Museum, ein unscheinbarer Bau der Nachkriegsmoderne, zur Seite gestellt. Heute soll er umgebaut und erneuert werden.


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