Der R2-D2 für die Küche

Thermomixt du schon oder kochst du noch? Wie ein Hightech-Küchenroboter unsere Kochkultur verändert

Stadtleben | Gerätetest: Barbara Tóth | aus FALTER 08/16 vom 24.02.2016


Foto: Christian Wind

Foto: Christian Wind

Wer beim Kochen sehnsüchtig an die Tränen vom Zwiebelschneiden denkt, an die Schwimmhäute aus klebrigen Brotteigresten, an müde Oberarme vom Risottorühren und fettbespritzte Leiberln, also an die ganze Muße, Erotik und Anstrengung des Zubereitungsaktes, der lese bitte beim letzten Absatz der letzten Spalte auf Seite 35 weiter. Sonst wird es bitter. Alle, die mit Kochen freudlose Routine oder schlichtweg Ratlosigkeit verbinden, die es leid sind, sich am Wochenende im Tiefkühlregalgang nicht zwischen Dr. Oetker Bistro Baguette Rustique Salami, Iglo Genießer Pfanne Paprika-Huhn oder Ja! Natürlich Waldviertler Wurstknödel entscheiden zu können, bleiben dran.

Denn sie könnten den Thermomix lieben, so, wie es inzwischen die Besitzerinnen und Besitzer von einer Million dieses Küchenmaschinenrobotercomputerhybriden aus dem deutschen Wuppertal tun. 378.578 Stück wurden alleine in Deutschland kurz nach der Einführung der neuesten Generation (genannt M5) im Jahr 2015 verkauft. Die Süddeutsche Zeitung schrieb konsterniert von einem „Wirtschaftswunder“, das von „Kulturkritikern gehasst, von Usern geliebt“ würde.


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