Nachgesehen

Der Weg eines Mädchens nach Syrien endete im Grauen Haus in Wien

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Politik | Nina Brnada | aus FALTER 08/16 vom 24.02.2016

Es ist ein zierliches Mädchen, das den Großen Schwurgerichtssaal am Wiener Landesgericht betritt. Helle Jeans, Kapuzenpullover, pinkes Kopftuch, sein Urteil: ein Jahr bedingt. Für die somalischstämmige Schwedin mit dem gelangweilten Gesichtsausdruck endet an diesem Tag ihr Österreich-Aufenthalt nach mehr als zwei Monaten. Die 17-Jährige verbrachte sie in Untersuchungshaft, nachdem sie vergangenen Dezember am Wiener Westbahnhof festgenommen worden war. Ihre Eltern hatten das Mädchen zuvor als vermisst gemeldet. In Wien fand die Polizei dann auf ihrem Handy IS-Propagandamaterial und Chatprotokolle, die darauf hinwiesen, dass sie ins syrische Kriegsgebiet wollte. Noch am Tag der Urteilsverkündung flog sie unter Begleitung von Familie und etlichen schwedischen Medienvertretern und Beamten nach Hause. Dort soll sie zunächst in Behandlung, denn die Propaganda des IS hätte bei ihr eine Art Gehirnwäsche bewirkt, so der Vater der Teenagerin.


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