Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Wie die Politik mit Milliardenförderungen die Umwelt zerstört

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 08/16 vom 24.02.2016

Mehr als jedes zweite Auto, das in Österreich angemeldet wird, ist mittlerweile ein Dienstwagen. Das hat politische Gründe: Das Gesetz begünstigt Dienstwagen steuerlich. Firmen gehen deshalb dazu über, ihren Angestellten lieber ein Auto zu sponsern statt mehr Lohn zu zahlen. Das kommt für sie günstiger, weil sie sich dadurch Sozialversicherung und Lohnkosten sparen. Resultat: mehr Autos auf Österreichs Straßen.

Vergangenen Mittwoch stellte das Wirtschaftsforschungsinstitut gemeinsam mit dem Klima-und Energiefonds in Wien eine brisante Studie vor (im Internet: http://bit.ly/wifo_umwelt). Das Wifo errechnete, wie viel die Politik in Österreich für Förderungen ausgibt, die die Umwelt schädigen. Darunter fallen etwa das Pendlerpauschale, die Mineralölsteuervergünstigung für Diesel oder die Sache mit den Dienstwagen. Unterm Strich sind es zwischen 3,8 und 4,7 Milliarden Euro jährlich.

Etwa die Hälfte kommt davon dem Verkehr zugute, über ein Drittel der Förderungen freut sich der Energiesektor, ein Siebtel davon entfällt auf den Bereich Wohnen. Umwelt-NGOs wie der Umweltdachverband, der Verkehrsclub Österreich und Global 2000 fordern, die umweltschädigenden Förderungen abzuschaffen.


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