Nüchtern betrachtet

Kleines karnivores Curriculum Vitae

Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at


Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 09/16 vom 02.03.2016

Als fauler Flexitarier muss man darauf achten, dass man zu seinem Fleisch kommt. Also esse ich einmal im Quartal eine Leberkässemmel und geschätzte neunmal im Jahr ein Schnitzel. Am Würstelstand findet man mich höchstens zwei-bis dreimal per annum, wobei 33 bis 66 Prozent meiner dort statthabenden Besuche dem Balkan-Grill im Durchgang der Getreidegasse 33 gelten, dafür siede und brate ich ganz gerne zu Hause. Obwohl ich ein Käseklappstullenkerl bin und nie Wurstsemmeln esse, spielen Brat-und Brühwürste eine relativ bedeutsame Rolle in meinem Leben. Das ist mir erst unlängst bewusst geworden, als die Lisi bei mir vorbeischaute, um Würste von ihrem Kärntner Lieblingsbauern mitzubringen, und mir auch noch ein Schwarzrettichrezept verriet, mit dem man einen trauten Abend zu zweit akustisch und olfaktorisch ordentlich aufzupimpen in der Lage sei.

Tags darauf dann schenkte mir der burgenländische Beinschinkentandler ein Paar Bauernselchwürstel, und mein Bruder lud nur wenige Stunden

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