Haus-der-Geschichte-Debatte: Was war, was kommt

Feuilleton | aus FALTER 09/16 vom 02.03.2016

Eine Entscheidung und der Aufschrei Ende 2014 verkündet Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) die Gründung eines historischen Museums der Republik in der Neuen Burg am Heldenplatz. Das ethnografische Weltmuseum muss dafür Flächen zur Verfügung stellen.

Eine unorthodoxe Idee Wissenschaftsstaatssekretär Harald Mahrer (ÖVP) schlägt im Juli 2015 vor, Ostermayers "Haus der Geschichte" ein "Haus der Zukunft" zur Seite zu stellen. Diese inhaltlich nicht näher definierte Institution soll nicht in die Hofburg einziehen, sondern am Heldenplatz einen Neubau bekommen.

Den Heldenplatz neu denken? Der Architekt Gerhard Steixner von der TU Wien plädiert im Falter für einen Museumsneubau und eine Öffnung des Heldenplatzes zum Ring. Barbara Tóth schlägt in der gleichen Ausgabe in ihrem Kommentar einen neuen Namen für den Platz vor: "Forum der Republik".

Wo soll das Museum hin? Oliver Rathkolb, Zeitgeschichtler und Vorsitzender des internationalen wissenschaftlichen Beirats des Hauses der Geschichte Österreich, plädiert für ein Museum in der Hofburg; die Pläne dafür liegen bereits vor. Eva Blimlinger, Rektorin der Akademie der bildenden Künste, findet das neue Museum unnötig und den Standort falsch, ebenso der Stadtplaner Klaus Steiner. Die Historikerin Heidemarie Uhl hingegen meint, dass die Debatte alleine schon zeige, wie wichtig eine solche Institution für Österreich sei. Thomas Winkelbauer hinterfragt in seinem Beitrag, ob es wirklich klug ist, nur die Republiksgeschichte Österreichs im Museum darzustellen.

Die Planung geht weiter. Längst ist nicht mehr nur von einem neuen Museum, sondern auch von einer Tiefgarage und einem Depot für die Nationalbibliothek die Rede. Kommentatoren sprechen von einem zweiten Museumsquartier.


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