Kommentar Flüchtlingsthema

Die Europäische Union hat auf dem Balkan ihren Glanz eingebüßt

Falter & Meinung | VEDRAN DŽIHIĆ | aus FALTER 09/16 vom 02.03.2016

Die Flüchtlingskrise hat den Balkan nach langer Zeit wieder einmal in den Mittelpunkt der europäischen Aufmerksamkeit gerückt. Auch diesmal sind die Bilder nicht schön. Mit Österreich an der Spitze hat man die Allianz mit den Westbalkanstaaten geschmiedet, um den Flüchtlingszustrom Richtung Westen zu stoppen. Die Grenzen sind mittlerweile mehr oder weniger dicht. Die humanitäre Krise spitzt sich währenddessen aber zu.

Diese Allianz mit den Westbalkanstaaten ist reine (noch dazu verquere) Krisenfeuerwehr. Die Kernprobleme der Staaten der Region berührt das nicht, im Gegenteil -sie könnte sie gar weiter vertiefen.

Balkans junge Demokratien sind immer anfälliger für Autoritarismus. Die Europäische Union als demokratisches Vorbild verliert unterdessen an Strahlkraft. Staaten des ehemaligen Jugoslawien wie Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Kosovo sind in der permanenten Krise gefangen. Die starken Männer in Serbien, Montenegro oder Albanien mögen manchmal für reformorientierte


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