Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Matcha-Limonade

Wie Matcha auch für Skeptiker funktioniert

Stadtleben | MS | aus FALTER 09/16 vom 02.03.2016

Für Matcha spricht vieles, rational betrachtet. Dem leuchtend grünen Pulver, das in der traditionellen japanischen Teezeremonie zum Einsatz kommt und seit vielen Jahren großflächig in die westliche Konsumwelt schwappt, sagt man positive Wirkungen auf den menschlichen Organismus nach. Es sind vorwiegend die Catechine, die sich antioxidativ auf freie Radikale auswirken.

Bei der Herstellung werden kurz vor der Ernte die Grünteefelder abgedunkelt, da sich durch den Lichtentzug noch eine erhebliche Menge Chlorophyll in den Pflanzen bildet. Schonende Dämpfung, Trocknung und das feine Zermahlen der Blätter führen zur Zartheit der Substanz, wodurch sich das Koffein viel sanfter im Körper ausbreitet, als es bei Schwarztee, Kaffee oder Energydrinks der Fall ist. Emotional betrachtet ist Matcha aber schwierig. An den Geschmack, der an eine Mischung aus Sumpf und Nuss erinnert, muss man sich erst gewöhnen, weshalb sich unter den "ambivalenten" Fans allerhand skurrile Zubereitungsmethoden entwickelt haben. Matcha Latte ist so ein Fall.

Eine andere Verwendung, die bei Matcha-Skeptikern für helle Begeisterung sorgt: M. Latte übers Müsli gießen. Matcha gibt es aber nun auch von der Biosaftfirma Voelkel . Voelkel ist nie um eine Kreation verlegen. Die kann großartig sein (Ingwer-oder Mojitolimonade) oder aber auch gehörig danebengehen, wie es der traurige Umgang mit Rhabarber beweist: Limo und Sirup lassen an alles andere als an R. denken. Matcha-L. funktioniert jedenfalls bestens.


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