Es lebe der König

Die Wahl des Schweizers Gianni Infantino zum neuen Fifa-Präsidenten ist ein letztes Aufb äumen der alten Netzwerke

Stadtleben | WAHLBEOBACHTUNG: JOHANN SKOCEK | aus FALTER 09/16 vom 02.03.2016

Nach 17 Jahren endete die Ära des Fifa-Präsidenten Joseph Blatter am vergangenen Freitag mit der Wahl seines Nachfolgers Gianni Infantino (45). Der kommt aus dem Nachbardorf von Blatters Geburtsort und ist auch sonst seinem Vorgänger nahe. Blatter war viele Jahre Fifa-Generalsekretär, Infantino Generalsekretär der Europäischen Filiale Uefa. ÖFB-Präsident Leo Windtner wählte Infantino und hoffte, er werde "viel Glaubwürdigkeit in den Fußball zurückbringen".

Wenn Windtner da nur nicht irrt. Infantino gewann die Wahl dank seiner Versprechen, den Landesverbänden mehr Geld zukommen zu lassen und die Zahl der WM-Teilnehmer zu erhöhen. Er klang für die Mehrzahl der 207 stimmberechtigten Verbände (Kuwait und Indonesien waren wegen diverser Vergehen suspendiert) glaubwürdiger als sein Konkurrent, der Favorit aus Bahrain, Scheich Salman al-Khalifa. Salman muss sich mit Vorwürfen von Menschenrechtsorganisationen herumschlagen, er habe die Inhaftierung und Misshandlung von Sportlern


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