Gelesen Bücher, kurz besprochen

Politik | BT | aus FALTER 09/16 vom 02.03.2016

Herzl als klassische Biografie Shlomo Avineri, 1933 in Polen geboren, 1939 mit seiner Familie ins damalige Palästina emigriert, unter Premier Jitzchak Rabin Generaldirektor des israelischen Außenministeriums, ist eine intellektuelle Institution in Israel. Seine Theodor-Herzl-Biografie ist dicht an Herzls 1500 Seiten umfassenden Tagebüchern orientiert -und an der Frage, wie aus dem "unbedeutenden Privatmann Herzl ein führender jüdischer Politiker" werden konnte. An Herzl-Biografien herrscht "wahrlich kein Mangel", wie Avineri festhält. Aber die Geschichte von Herzls Sozialisierung in der österreichisch-ungarischen Monarchie, seiner "intellektuellen und spirituellen Odyssee" erzählt er dann ausführlich, lesenswert und sehr klassisch noch einmal. Unverkennbar bleibt, dass Avineris Blick auf Herzl einer ist, der durch die Aufbaugeneration Israels geprägt ist.

Shlomo Avineri: Herzl. Theodor Herzl und die Gründung des jüdischen Staates. Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, 361 S.,


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