Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 09/16 vom 02.03.2016

Pop

Kreiml &Samurai: Die Rückkehr des Untiers

Das Label Honigdachs hat sich in den vergangenen Jahren als erste Adresse für Wiener Hip-Hop mit Schmäh und Lokalkolorit etabliert, der eigene Wege abseits von Brutaloposen, Gymnasiasten-Rap und Nonsensreimen sucht. Kreiml & Samurai kombinieren auf ihrem zweiten Album Angriffslust und Selbstironie, Prolligkeit und Reflexion. Die Beats sind von zeitloser Kopfnicker-Bauart, die Sprache zeichnet lässige Originalität aus. Sympathie-Bonuspunkte gibt es fürs Hildegard-Knef-Sample. (Honigdachs) GS Live: Chelsea, 10.3., 21.30

Jazz

Esperanza Spalding: Emily 's D+Evolution

Die Grammy-gekrönte US-Musikerin spielt zwei Instrumente gleichzeitig, denn über die mitunter bockigen, aber stets bombenfesten Basslinien schlägt ihre nicht minder bewegliche Stimme virtuose Volten. Aus einem einzigen Intervall, Spoken-Word-Patterns oder eingängigen Lines entfalten die Stücke, die mit einer Extraportion halliger Backgroundvocals versehen wurden, Komplexität und Üppigkeit; das Pathos der Lebensführungsimpera tive ("Funk the Fear", "I Want It Now") ist halt ein bisserl plakativ. (Universal) KN

Klassik

Franui: Tanz!(Franz)

Die Mitglieder der Osttiroler Musicbanda Franui, die klassischem Liedgut mit Saiteninstrumenten aus der Volksmusik und Blechbläsern zu Leibe rücken, haben bei Trauerfeiern erste musikalische Erfahrungen gesammelt. Hier spielen sie zum Tanz auf. "Wenn du einen Trauermarsch viermal so schnell spielst, wird's eine Polka", notieren Markus Kraler und Andreas Schett im Booklet zum neuen Album, auf dem Franui kurze Tanzstücke von Schubert urig klingen lassen und sogar neue Volkstänze erfinden. (col legno) SF


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