Theater Kritiken

Imperial: Huldigung der Kokosnuss

Lexikon | SS | aus FALTER 09/16 vom 02.03.2016

Das einzig Wahre ist die Kokosnuss. So sieht es jedenfalls der Vegetarier und Kokovore August Engelhardt (Sebastian Schindegger), den es im Jahr 1902 auf eine Südseeinsel verschlägt, wo er eine Kommune gründet, die der Kokosnuss huldigt. Nackt, sonnengebräunt und nur von Kokosnüssen genährt soll der Körper wahre Genesung erfahren. Jan-Christoph Gockel hat Christian Krachts Roman "Imperium" fürs Theater adaptiert, und das funktioniert ganz ausgezeichnet. Durch Soundcollagen (Musik: Jacob Suske) und das Vorlesen ganzer Buchpassagen bekommt die Inszenierung manchmal den Charakter eines Livehörspiels, dazwischen wird ordentlich Schiff gefahren, im Wasser geplanscht und grausam missbraucht. Eine Inszenierung zwischen viel Bast (Ausstattung: Julia Kurzweg), in der das Theater als Ort für Geschichte(n) lebendig wird.

Schauspielhaus, Fr, Sa, Di-Do 20.00


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