Theater Kritiken

Wo gehasst wird, da wird gelacht

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 09/16 vom 02.03.2016

Den letzten Roman von Thomas Bernhard, "Auslöschung", bringt nun Oliver Reese in eigener Fassung und genau dreißig Jahre nach Erscheinen auf die Bühne. Nach dem Unfalltod des Großteils seiner Familie erzählt Literaturprofessor Franz-Josef Murau (in wechselnder Aufteilung: W. Michael, Ch. Nickel, U. Samel, M. Zauner), wie so oft ein Bernhard-Alter-Ego, von seiner verkorksten Beziehung zur Nazi-Verwandtschaft, zu Österreich und eigentlich zu eh allen. Oft wechseln die Schauspieler die Kostüme, um kurze Statistenrollen (die Schwestern im Dirndl!) zu übernehmen. Es trieft nur so vor bisweilen sogar ziemlich komischen Hasstiraden. Am Verhasstesten diesmal: Leute, die ständig fotografieren. Dabei konnte Bernhard Selfies ja noch gar nicht kennen! Für Bernhard-Aficionados ein großer Spaß.

Theater in der Josefstadt, Sa, So, Mi, Do 19.30, So 15.00


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