Kommentar Bundestheater

Mission erfüllt: Günter Rhomberg hat die Bundestheater saniert

Falter & Meinung | STEFANIE PANZENBÖCK | aus FALTER 09/16 vom 02.03.2016

Günter Rhomberg kann zufrieden sein. Vor eineinhalb Jahren übernahm er als interimistischer Holding-Chef die schwierige Aufgabe, den Bundestheater-Konzern zu sanieren. Sein Vorgänger Georg Springer, unter dessen Führung sich das Finanzdesaster abgespielt hatte (Ergebnis: Bilanzverlust von 22 Millionen Euro), hatte sich früher als geplant in die Pension verabschiedet.

Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) zauberte Rhomberg aus dem Hut, aus gutem Grund. Es gibt nicht viele Kulturmanager in Österreich, die sowohl lange im Geschäft sind als auch einen guten Ruf haben. Rhomberg ist einer von ihnen.

Aus der Privatwirtschaft kommend, war er von 1981 bis 2012 Präsident der Bregenzer Festspiele und machte aus dem Kulturereignis am Bodensee ein wichtiges europäisches Festival. Seit 2005 ist er im Stiftungsvorstand des Theaters in der Josefstadt. Nun hat er die Finanzen der Bundestheater saniert, unter der Bilanz steht eine schwarze Null.

Wo auch immer Rhomberg tätig war, es stimmten nicht nur die Zahlen, sondern auch die Qualität des künstlerischen Programms, Kultur kaputtzusparen liegt ihm fern. Sein Credo: Es braucht einen starken Eigentümer, der die Verantwortung trägt - eine charmant verpackte Watschn für die ehemaligen Finanzjongleure der Bundestheater.

Für die Verantwortungsverschiebungskunststücke des ehemaligen Burgchefs Matthias Hartmann, der kaufmännischen Direktorin Silvia Stantejsky und Georg Springers hat er nichts übrig.

Sein Nachfolger, Christian Kircher, hat angekündigt, Rhombergs Kurs fortzusetzen. Für die Bundestheater bedeutet das Gutes.


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