Der Geschmack des Holzes

Wer über Wurzeln, Rinden und Triebe von Wildpflanzen Bescheid weiß, dem öffnet sich im beginnenden Frühjahr im Wald eine faszinierende Speisekammer. Neue Bücher erklären, wie es geht

WALDFÜHRUNG UND FOTOS: IRENA ROSC | aus FALTER 09/16 vom 02.03.2016


Artur Cisar-Erlach hat das Holz im Waldviertel kennen und in Kanada lieben gelernt. Jetzt weiß er, wie es schmeckt. (Foto: Irena Rosc)

Artur Cisar-Erlach hat das Holz im Waldviertel kennen und in Kanada lieben gelernt. Jetzt weiß er, wie es schmeckt. (Foto: Irena Rosc)

Ob auf den Speisekarten der trendigsten nordischen oder Südtiroler Restaurants, ob in ökologischen Manifesten oder in Kulturgeschichten – Holz ist Gegenwart. Wir beginnen wieder, Geschmack an Holz zu finden. Und das Frühjahr ist die beste Zeit, sich durch das Essen von Knospen, Keimen und Trieben der Wildpflanzen etwas von ihrer Vitalität und Kraft zu holen.

Jede Epoche hat ihr eigenes Verhältnis zur Natur, zu Tieren, zu Kräutern und zu Bäumen. Ein Gang durch den Wald kann zu einem Gang durch unsere Geschichte werden, schreibt Alexander Demandt in seiner spannenden Kulturgeschichte des Baumes. Bert Brecht riet dazu, über Bäume zu schweigen und über Untaten zu reden. Demandt kehrt das um. Über nichts wird heute so viel geredet und geschrieben wie über Verbrechen. Deshalb fordert Demandt: Redet über Bäume, damit ihr kein Verbrechen begeht! Solange man über Bäume redet, richtet man kein Unheil an. Aber was, wenn wir von Bäumen nicht bloß reden, sondern sie auch essen wollen?


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