Schafzüchter, getarnt als Waljäger

Die jungen österreichisch-isländischen Gitarrenpop-Charmeure Chili And The Whalekillers besingen Porno-Prinzessinnen, die Finanzkrise und die Liebe des Jahrhunderts

Feuilleton | PORTRÄT: GERHARD STÖGER | aus FALTER 09/16 vom 02.03.2016

Wir wissen nicht, was Elmayers Benimmfibel dazu meint, aber die Erfahrung lehrt unmissverständlich: Sofern das Gegenüber nicht Blixa Bargeld heißt und trotz Punkvergangenheit vom dezenten Duft der Hochkultur umwölkt ist, regiert in der Welt der Popmusik das Du-Wort.

Bis zu Chili Tomasson hat sich diese Konvention offenbar noch nicht durchgesprochen. Und das, obwohl der 23-jährige österreichische Musiker mit seiner Band Chili And The Whalekillers kürzlich bereits das fünfte Album veröffentlicht hat, "Words On Tuesdays".

"Entschuldigung, sind Sie der Herr vom Falter", fragt Tomasson an der Eingangstür des Café Westend, das als Treffpunkt vereinbart wurde. Der unscheinbare, aber aufgeweckte junge Mann macht so mit sieben Worten klar, dass er ein ausgesprochen höflicher Mensch ist -und heute keinen bleibenden Eindruck als cooler Hund hinterlassen wird.

Entzückend freilich, das ist dieser Chili Tomasson allemal. Auch so etwas fällt auf. Wie er sich freut über das Interesse an seiner


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige