Hofburgtheater

/ Zoo | LUKAS MATZINGER | aus FALTER 09/16 vom 02.03.2016

Es gab Zeiten, da war eine Uraufführung von Peter Handke und Claus Peymann im Wiener Burgtheater ein mutmaßlicher Anschlag auf das Demokratieverständnis ihres Publikums, dem entgegenzuzittern als eine durchaus legitime Haltung erschien. Heute ist das anders. Heute sitzt da nach drei Stunden die politische und kulturelle Elite des Landes und beklatscht ganz vergnügt eine vertrackte Metapher auf das Leben und die starken Hauptdarsteller Christopher Nell und Maria Happel (siehe Rezension S. 37)."Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rande der Landstraße" heißt das neue Stück der beiden Alten, am Samstag war die Premiere in der Burg. Auch wenn sie sich an diesem Abend eher nach Hofburg anfühlte: Der kulturaffi ne Ex-Kanzler Franz Vranitzky war da, der Präsident auf Ehrenrunde, Heinz Fischer, natürlich samt First Lady Margit, Kulturminister Josef Ostermayer und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny sowieso, der aufgeregte Regisseur Claus Peymann hatte eine Loge, die Chefredakteure


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