Keine Furcht vor dem Feind: Eine Kämpferin erzählt

Nadja Tolokonnikowa wurde mit der feministischen Punk-Band Pussy Riot berühmt. In ihrem Buch berichtet sie von Protest und Lagerhaft

Politik | REZENSION: STEFANIE PANZENBÖCK | aus FALTER 09/16 vom 02.03.2016

Nadja Tolokonnikowa ist eine mutige Frau. Als politischer Aktivistin in Russland und Mitglied der feministischen Punk-Band Pussy Riot bleibt ihr auch nichts anderes übrig. Denn ihr auserwählter Feind ist niemand Geringerer als Präsident Wladimir Putin.

2012 stürmte sie mit Maria Aljochina und Jekaterina Samuzewitsch in bunten Strumpfhosen und Sturmhauben über dem Gesicht die Christ-Erlöser-Kirche in Moskau und die drei schrien ihr Punk-Gebet in die Menge der Gläubigen: "Muttergottes, Jungfrau, verjage Putin".

Die Aktion richtete sich gegen die enge Verbindung zwischen orthodoxer Kirche und russischem Staat. Einige Tage später wurden die jungen Frauen festgenommen, einige Monate später verurteilt und in eine Straflagerkolonie im sibirischen Mordwinien überstellt. Diese Lager sind seit Sowjetzeiten berüchtigt für ihre grausamen Haftbedingungen. Nur Samuzewitsch entging diesen Qualen, sie bekam eine Bewährungsstrafe.

Über all das hat die 1989 im sibirischen Norilsk geborene Nadja


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