Theater Kritiken

Amerika oder Dachau, Komödie oder Farce?

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 10/16 vom 09.03.2016

Robert Schindel versuchte mit "Dunkelstein" bereits 2008, für den nach 1945 vielfach mit schwersten Kollaborationsvorwürfen konfrontierten Rabbiner Dr. Benjamin Murmelstein (1905-1989) ein gerechteres Bild zu zeichnen. Dieses Ziel erreichte jedoch auch Claude Lanzmann mit "Der Letzte der Ungerechten" (2013) kaum, sah sich Murmelstein in der ihm von den NS-Behörden aufgezwungenen Rolle als Judenältester doch oft zu Entscheidungen über Leben und Tod genötigt. Die Uraufführung (Spielfassung von K. Baratta und F. Lion) will sich nicht zwischen Farce und Tragödie entscheiden und wirkt dadurch eher seltsam als berührend. Immerhin: Die Leistung von Michael Gruner als Saul Dunkelstein ist sehenswert.

Theater Nestroyhof Hamakom, Fr, Sa 20.00


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