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Politik | Johann Skocek | aus FALTER 10/16 vom 09.03.2016

Der Aufstand gegen den Tod

Seit dem "Auslandsoscar" für den ungarischen Streifen "Son of Saul" ist das KZ Auschwitz wieder ein aktuelles Thema. In dem Film will Saul, Mitglied des KZ-Sonderkommandos, seinen Sohn beerdigen. Das Sonderkommando führte die Neuankömmlinge im KZ zu den Gaskammern, hieß sie, sich auszuziehen, sortierte ihre Kleidung und schaufelte die Asche der Vergasten in die Teiche des Lagers.

Die Historiker Gideon Greif und Itamar Levin liefern in ihrem Buch "Aufstand in Auschwitz" den penibel recherchierten historischen Hintergrund der Sonderkommandos. Sie haben zahlreiche, in vielen Fällen unveröffentlichte Zeugenaussagen und schriftliche Quellen verarbeitet. Es geht um den 7. Oktober 1944, an dem binnen zwölf Stunden der einzige und erfolglose Aufstand von Häftlingen ablief. Seine Nachwirkungen sind noch 72 Jahre später zu spüren. In Auschwitz-Birkenau wurden mehr als eine Million Juden und Angehörige anderer Völker und Religionen von den Nationalsozialisten ermordet.


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