Stadtrand Urbanismus

Der Mann in meinem Keller

Lukas Matzinger hat neue Nachbarn

Stadtleben | aus FALTER 10/16 vom 09.03.2016

In meinem Keller wohnt ein Mann. Das ist nicht beunruhigend, ich mag ihn, glaube ich, ganz gerne. Er scheint recht hilfsbereit zu sein, er war auch einer der Ersten, der mich im neuen Wohnhaus willkommen geheißen hat. Gleich beim ersten Inspizieren des Kellergeschoßes hat er mich freundlich durch die Räumlichkeiten geführt, mir alles gezeigt, was es da unten so gibt. "Da ist der Lichtschalter, da gibt es Strom, da hinten sind die Kellerabteile, und hier bin ich drinnen." Eine rissige, alte Tür führt zum Mann in meinem Keller, in eine Art Abstellraum. Hier wohnt er. Er hat auch einen Schlüssel dafür, woher auch immer. Der Mann in meinem Keller hört gerne Radio und hat einen Hund, mit dem geht er oft im Innenhof spazieren. Der Hund ist ein bisschen ein Wildfang, rennt einem oft entgegen, aber er ist sehr schön, schwarz.

Ich werde jetzt dann, wie sich das gehört, runtergehen zum Mann in meinem Keller. Ihm gute Nachbarschaft wünschen und sagen, dass er sich melden soll, wenn er was braucht, und was man halt so sagt zu neuen Nachbarn. Nur bitte nicht mit Tschick einschlafen und bitte nicht mehr so oft ins Haus schiffen.


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