Landrand Ruralismus

Das letzte Stündlein, gut gewählt?

Gerlinde Pölsler stellt sich die Frage, welche Investitionen sinnvoll sind und welche weniger

Landleben | aus FALTER 10/16 vom 09.03.2016

Nach 68 Jahren soll der legendäre Polster-Sessellift am Präbichl Ende März seine letzte Fahrt tun. Skifahrer, Freerider und Wanderer schätzen ihn wegen des Panoramablicks auf den Erzberg und des Zugangs zur extrem steilen Polsterrinne. Fans kämpften um seinen Erhalt und sammelten 9000 Unterschriften. Trotzdem habe der Lift zu wenige Nutzer, um ihn renovieren und betreiben zu können, sagt der Vordernberger Orts-und Liftchef. Auch wenn das Land etwas zugeschossen hätte.

Sicher, die Politik muss gut argumentieren, worein sie Geld steckt. Anderseits bietet der Lift etwas, was es kein zweites Mal gibt und was wohl auch die Gäste des gerade entstehenden "Erzberg Alpin Resorts" interessiert hätte. Das Aus ist auch entmutigend für jene, die in der Region bleiben und sich engagieren. Wie sehr man sich bei der Investitionswürdigkeit eines Projekts vertun kann, zeigt das Schubhaftzentrum im Ort. 25 Millionen Euro kostete der Bau, gedacht für 220 Schubhäftlinge. Nun steht der Kobel die ganze Zeit so gut wie leer. Was nichts daran ändert, dass in 15 Jahren 81 Millionen Euro allein an den G4S-Konzern fließen. Ein früheres Aus erlaubt der Vertrag nicht.


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