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Die gute Nachricht für die Neue Zürcher Zeitung

Medien | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 10/16 vom 09.03.2016

In Europa tobt ein Rechtsstreit zwischen Verlagen und Google. Die Kritik der Verlage: Google veröffentliche Teile ihrer Berichte und kassiere dafür Werbeeinnahmen, ohne selbst etwas zu produzieren. Sie wollen Entschädigung.

Google hingegen will Frieden. 150 Millionen Euro will der Konzern in die Weiterentwicklung des digitalen Journalismus pumpen. Die Verlage können sich darum bewerben. Auch die streitbaren.

Nun stehen die Profiteure der ersten Förderwelle fest. Unter dem freundlichen Titel "Google unterstützt digitalen Journalismus" verkündete die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) eine gute Nachricht: Als einziges Schweizer Medienhaus habe sie den Zuschlag für ein Großprojekt von Google kassiert.

Um wie viel Geld es geht, wurde nicht berichtet. Dass der österreichische NZZ-Chef Veit Dengler als einer von 13 "Council Members" in der Google-Jury saß, war vorerst auch nicht zu lesen.

Als der Schweizer Medienredakteur Nick Lüthi darauf hinwies, erklärte Dengler via Twitter, er habe sich "natürlich" bei der Jurywertung für das NZZ-Projekt herausgehalten. Der Hinweis ist mittlerweile auch im Onlineartikel der NZZ nachgetragen worden. Laut Google-Pressesprecher kassiert die NZZ für ihr Projekt 670.000 Euro.


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