"Ich wollte ihn nicht verletzen"

Ein Polizist schleudert einen Gefesselten zu Boden. Vor Gericht überzeugt er den Richter von seiner Unschuld

Politik | Prozessbericht: Florian Klenk | aus FALTER 10/16 vom 09.03.2016

Der Angeklagte, ein durchtrainierter, aber besonnen wirkender Polizist, sieht mit seinem Bart ein bisschen wie ein Hipster aus. Er sagt: "Ich weiß, ich war zu schwungvoll, er is ma auskommen, er ist mir zwischen die Händ weggrutscht."

Auch sein Kollege wirkt heute ruhig und abgeklärt. Er schaut auf den Monitor, sieht diesen Handyfilm zum wiederholten Mal und sagt: "Dieses Video spiegelt meine persönliche Realität nicht wider." Man erkenne nicht, wovor sich die zwei Beamten gefürchtet hätten: vor einem Angriff, einem Tritt, einem Kopfstoß?

Im Sommer hat ein Anrainer von einem Balkon in der Weintraubengasse aus ein verstörendes Video gedreht und es dem Falter und Vice zugespielt: Ein geschnappter Taschendieb, die Hände auf den Rücken gefesselt, lehnt an der Wand. Er zappelt ein bisschen, aber er wehrt sich nicht. Plötzlich packt ihn ein genervter Polizist und wirft ihn zu Boden. Der Gefesselte knallt mit dem Kopf auf.

Die Polizeiführung kritisiert die Amtshandlung, versetzt die


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige