Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Bettlerlager in Linz: erneuter Brandanschlag und keine Täter

Politik | Birgit Wittstock | aus FALTER 10/16 vom 09.03.2016

Gerade einmal zweieinhalb Wochen waren seit dem letzten Brandanschlag vergangen, da brannte vergangenen Mittwoch erneut das Zeltlager einer rumänischen Familie in Linz ab. Auch diesmal gibt es weder Zeugen noch Verdächtige. Wie bei den beiden vorangegangenen Anschlägen ermitteln Polizei und Verfassungsschutz "in alle Richtungen", soll heißen sowohl in rechtsextremen Kreisen als auch in der Linzer Bettlerszene.

Anders als bei den beiden Brandanschlägen Mitte Februar hat diesmal zumindest die Polizei reagiert und die zehn Erwachsenen und fünf Kinder vorläufig in der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Postverteilerzentrum untergebracht. Doch auch das ist nur eine Übergangslösung, denn in Linz fehlt es völlig an Versorgungsmöglichkeiten für Armutsmigranten: So haben etwa Menschen aus den EU-Mitgliedsstaaten und andere Migranten - anders als in Wien - nur dann Zugang zu Notschlafstellen und Wärmestuben, wenn sie Mindestsicherungsbezieher sind oder über einen gültigen Asylbescheid verfügen.

Die oberösterreichische Bettellobby forderte nun von der Stadtverwaltung ein sozialpolitisches Maßnahmenpaket, das den Kindern der Betroffenen auch den Zugang zu Bildungseinrichtungen ermöglicht.


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