Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 10/16 vom 09.03.2016

Pop

Santigold: 99 ¢

An Selbstbewusstsein gebricht es Santi White nicht: Die US-Musikerin, die ihre Karriere als Santogold begonnen hat und aus rechtlichen Gründen irgendwann einen Buchstaben tauschen musste, eröffnet ihr drittes Album mit der Feststellung, sie könne von sich selbst nicht genug bekommen. Es folgt aber keine großkotzige Egoshow, sondern eine aufgeweckte und kurzweilige Popplatte, die zeitgenössischen Reggae, Elektronik, Hip-Hop, Afropop und New Wave mal angriffslustig, mal sanftmütig mischt. (Atlantic) GS

Global

Diverse: Gqom - Oh! The Sound of Durban

Die spannenden Dinge passieren im Pop oft an entlegenen Orten, etwa in den Townships der südafrikanischen Stadt Durban. Sie werden seit geraumer Zeit nachts vom Scheppern eines sehr basslastigen, körperlichen House-Sounds namens Gqom erfüllt. Die Produzenten sind aufgeweckte Straßenkids, die sich Cruel Boyz oder Julz Da DeeJay nennen. Weil House und Techno international schon lang stagnieren, entsteht gerade ein Hype um die Boys aus Südafrika; soeben ist eine erste Compilation erschienen. (Gqom -Oh) SF

Klassik

Klemens Sander: Die schöne Müllerin

Nach seinem hinreißenden "Schwanengesang", gibt Klemens Sander nun Schuberts Liederzyklus "Die schöne Müllerin" (Klavier: Uta Sander). Ob himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt, bei Schubert spielen sich die Dramen im Inneren der Seele ab. Der Bariton findet für jede der 20 Miniaturen den richtigen Ton: Er beginnt als unbeschwerter Wanderer, jubelt glücklich, wird wehmütig, trotzig, tobt vor Wut. Am Ende steht Resignation - und ein ergreifender Abschied von der Welt in "Des Baches Wiegenlied".(ARS) MDA


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