Schmerz hört nie mehr auf

Der Komponist Péter Eötvös spricht über seine "Drei Schwestern", die endlich auch nach Wien kommen

Feuilleton | Salonbesuch: Heinz Rögl, Armin Thurnher | aus FALTER 10/16 vom 09.03.2016

Setzen Sie sich nicht in diesen Sessel, der wackelt, warnt Péter Eötvös vor einem geschnitzten, gepolsterten franziskojosephinischen Sitzmöbel. Der Teesalon in der Staatsoper ist in jeder Hinsicht imperial. Er war der Kaiserfamilie vorbehalten, hat die Bombardements des Zweiten Weltkriegs unbeschadet überstanden und ist - anders als vieles andere in der Oper - im Originalzustand an uns Restrepublikaner gekommen.

Peter Eötvös, einer der bedeutendsten

Komponisten der Gegenwart, lächelt fein, aber nicht spöttisch über diese imperiale Umgebung. Er denkt nicht daran, Hof zu halten. Das ist was für Tenöre. Eötvös macht uns auf unprätentiöse Art heimisch in seinem kuriosen Salon auf Zeit. Sein Reich ist die Musik. Darüber will er reden, und nur darüber.

Bei unserem Besuch in seinem Haus in Budapest vor drei Jahren war er deutlich auf Distanz zum Regime gegangen, aber er sagte damals auch, Ungarn sei der Ort, an dem er lebe und arbeite. Er solidarisierte sich mit Musikerkollegen,


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