Lebensziel Mittelstand

Vor zehn Jahren kam Barbi Marković von Belgrad nach Wien. Heute ist sie eine der spannendsten Erscheinungen der hiesigen Literaturszene

Feuilleton | Begegnung: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 10/16 vom 09.03.2016

Einem gängigen Vorurteil zufolge haben Komiker privat tieftraurige, unzugängliche Menschen zu sein. Manchmal trifft das Klischee sogar zu. Bei der Autorin Barbi Marković verhält es sich umgekehrt: Mit "Superheldinnen" hat sie den hoffnungslosesten Roman und das traurigste Happy End der Saison geschrieben. Im Gespräch dagegen schiebt sie mindestens jedem dritten Satz einen entwaffnenden Lacher hinterher.

Das Lachen der Barbi Marković verwirrt zunächst. Streng genommen sind viele Sachen, die sie sagt, nicht sehr komisch. Aber mit einem Lacher kommen sie gleich ganz anders rüber. So sagt die 1980 in Belgrad geborene Autorin über ihre Ziele als Schriftstellerin: "Ich versuche zu überleben." Sie lacht. Man muss sich ihren Humor schwarz und staubtrocken vorstellen: "Mein erstes Buch ist bei Suhrkamp erschienen. Reich wird man davon nicht." Ha, ha.

Wahrscheinlich sollte man auch ihr neues Buch auf diese Art lesen und nach jedem Absatz kurz lachen, auch wenn das Gelesene kaum Grund dazu


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