Als das Kino noch Kirche war

Die Künstlerin Eloise Hawser liebt Kinoorgeln. Im Mumok zeigt sie nun Filme, in denen die mächtigen Instrumente die Hauptrolle spielen

Feuilleton | Recherche: Michael Omasta | aus FALTER 10/16 vom 09.03.2016

Betritt man den Burberry-Flagshipstore in der Londoner Regent Street, wähnt man sich in einem Kino. Die weitläufige Architektur, der Plafond und eine riesige Leinwand, die links und rechts von geschwungenen Treppen flankiert wird - alles erinnert an einen Lichtspielpalast aus vergangenen Zeiten.

Eloise Hawser, eine junge Künstlerin aus London, die dieser Tage im Mumok zu Gast ist, widmet sich seit einigen Jahren dem Phänomen Kinoorgel. Zwei dieser Ungetüme, die in den Roaring Twenties reißenden Absatz fanden, um Orchestermusiker einsparen zu können, haben es ihr besonders angetan: Sie haben bis heute überlebt, obwohl die Kinos inzwischen zu Kaufhäusern wurden.

Nein, gesteht Hawser, die an der Frankfurter Städelschule studiert hat, leider spiele sie weder Orgel, noch sei sie in Filmgeschichte allzu bewandert. "Was mich fasziniert, ist die Kombination von 'cinema' und 'organ', eine hochkomplizierte Apparatur, die an der Kippe zwischen Mechanik und Elektronik entstand - und die mit


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