Neue Bücher Das soziale Gehirn und die Pariser Friedensverhandlungen

Feuilleton | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

150 Freunde sind genug. Die sogenannte Dunbar-Zahl gibt an, wie viele Sozialkontakte wir mental verkraften; dieses Cliquenlimit hat sich im Laufe der Evolution vervielfacht. Unsere erste Errungenschaft, die Beziehungen auch auf Distanz (ohne wechselseitiges Kraulen) ermöglichte, war das Lachen. Es folgten die Erfindung der Musik, der Sprache und die Zähmung des Feuers - stets mit dem Ziel, unser Sozialleben zeitlich und räumlich auszudehnen.

All das haben Anthropologen, Archäologen und Psychologen in einem Forschungsprojekt herausgefunden. Ihr Bericht ist ein aufregendes Inselhüpfen über die Fundstellen im Nebel unserer Vorvergangenheit. Zentrale Erkenntnis: Wir wurden intelligenter, weil wir sozialer wurden. Ob virtuelle Netzwerke unser Sozialverhalten noch weiterbringen, wird diskutiert. Bisher beschränkt sich die durchschnittliche Zahl der Facebook-Freunde auf 150.

ANDREAS KREMLA

Clive Gamble, John Gowlett, Robin Dunbar: Evolution, Denken, Kultur. Springer Spektrum, 376 S., € 25,70


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