Theater Kritiken

Gut gebrüllt, Löwe! Ein Berliner in Wien

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

Gemessen am Klassiker des Genres (und deklarierten Vorbild), dem Film "Sein oder Nichtsein" (1942) von Ernst Lubitsch, ist "In der Löwengrube" von Felix Mitterer aus dem Jahre 1998 ein müder Abklatsch. Allerdings beruht Mitterers Stück auf dem Leben von Leo Reuss (1891-1946), einem jüdischen Schauspieler, der, 1935 aus Berlin vertrieben, in Wien 1936 inkognito als urwüchsiger Tiroler Laienschauspieler Theaterleute und Kritik kurze Zeit zum Narren hielt. Mitterers Held Arthur Kirsch (Rüdiger Hentzschel) führt sogar Goebbels an der Nase herum. Peter M. Preissler setzt das routiniert und mit großem Aufwand an Personal, Kostümen und Bühnenbild in Szene. Und es macht großen Spaß, Bernie Feit als schusseligen Theaterdirektor zur Höchstform auflaufen zu sehen. Trotz einiger Schwächen des Stückes ein gelungener Abend.

Scala, Fr, Sa, Di, Mi 19.45


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