Meinesgleichen Wer fürchtet sich nicht vor Donald Trump?

Falter & Meinung | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

Wer ist Donald Trump? Ist der Milliardär, der in den USA bei den Vorwahlen der Republikaner fast uneinholbar führt, ein Faschist, ein Neonazi? In seinen Brandreden verspricht er die Errichtung einer Mauer an der mexikanischen Grenze gegen Einwanderer. Wer wird sie bezahlen? Die Mexikaner! Mexikaner nennt er Diebe und Vergewaltiger. Er verspricht, alle Muslime zu deportieren, und kündigt ein Einreiseverbot für sie an. Bei seinen Wahlveranstaltungen verhetzt er seine Anhänger, fordert sie auf, Störenfriede zusammenzuschlagen, und verspricht ihnen, er werde die Anwaltskosten übernehmen. Schon kommt es zu ersten Straßenkämpfen; in Chicago drang ein Störenfried bis in die Nähe von Trumps Rednerpult vor und bedrohte ihn. Kommentatoren fürchten, es sei nur eine Frage der Zeit, bis es die ersten Toten gibt.

Der republikanische Vorwahlkampf bot bisher ein wüstes Schauspiel mit Debatten voller Schreiduelle, Beschimpfungen und Penisvergleichen. Donald Trump dürfte die Nominierung kaum mehr zu nehmen sein. Das heißt nicht, dass er Präsident würde. In Umfragen schlagen ihn beide demokratischen Mitwerber, Hillary Clinton knapp, Bernie Sanders deutlich. Donald Trump gebärdet sich wie ein Irrer; aber er will den Freihandel (TTIP!) abschaffen und verspricht, Wallstreet zu bändigen. Dem Milliardär glauben das viele. Trump ist eine Erscheinung des globalen Rechtspopulismus; wir können uns vor ihm ängstigen, haben aber in der Nähe genug Politiker zum Fürchten.


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