Am Apparat Telefonkolumne

Was ist eigentlich die "Sektion ohne Namen", Herr Stauber?

Politik | Interview: Josef Redl | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

Oliver Stauber arbeitet als Rechtsanwalt in Wien. Darüber hinaus ist der Kärntner stellvertretender Vorsitzender der "Jungen Generation" der SPÖ. Jetzt hat er mit ein paar Freunden eine ungewöhnliche Sektion gegründet.

Sie haben eine SPÖ-Sektion gegründet. Warum nennt die sich "Sektion ohne Namen"?

Weil wir noch keinen haben. Bis jetzt ist es die Sektion IV des ersten Bezirks. Über einen Namen wollen wir noch basisdemokratisch abstimmen.

Wie gründet man eine Sektion?

In den vergangenen Jahren wurden Sektionen geschlossen oder zusammengelegt. Im Gespräch mit dem Bezirksvorsitzenden Georg Niedermühlbichler hat sich die Möglichkeit ergeben, eine zu übernehmen.

Wer sind die Menschen, die sich organisieren wollen?

Junge Menschen aus ganz Österreich, die im ersten Bezirk arbeiten oder leben, die sich den Werten der Sozialdemokratie verbunden fühlen, aber nicht notwendigerweise Parteimitglieder sind. Wir wollen bewusst eine offene Sektion sein. Wir haben Mitglieder aus Kunst, Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

Die kritische Sektion 8 hat sich zuletzt einen Namen gemacht. Ein Vorbild?

Jein. Grundsätzlich finden wir gut, was die Genossen machen. Wir wollen aber nicht nur Kritik üben, sondern vor allem inhaltlich konstruktiv arbeiten. Uns geht es mehr um die konkrete politische Umsetzung.

Sie haben sich in keiner der bestehenden Sektionen wiedergefunden.

Richtig! In alte Strukturen frischen Wind zu bringen ist nicht einfach. Da heißt es: Geh einmal ein paar Jahre Klinkenputzen. Es gibt ein Bedürfnis nach Mitgestaltung, wir haben sehr viel Zuspruch und Zulauf.

Ich erreiche Sie in Kuba. Lernen Sie dort Revolution?

Eine kleine Revolution in der SPÖ würde nicht schaden. Wir sind aber überzeugt, dass wir die SPÖ von innen heraus mit konstruktiven Beiträgen auch so verändern können.


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