Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

Die Zigarette ist aus den TV-Serien verschwunden, aber gesoffen wird immer noch, als gäbe es kein Morgen. In Filmen wie "Ray Donovan" (Fox) ist das verständlich, denn da geht es um einen Privatdetektiv, und der braucht nach einem harten Tag ein gutes Glas Whisky. Wenn er nach einer Schießerei nach Hause kommt, ist Johnnie Walker sein bester Freund. Auch in "Der Mann an ihrer Seite" (Arte) greifen die Protagonisten zur Flasche. Die Miniserie erzählt die Geschichte eines Politikerpaares, das sich auf dem Weg zur Macht in die Haare gerät. Es vergeht kein Geschäftstermin ohne Weinbottle, und wenn sich Aiden und Freya nachts in der Küche treffen, dann stoßen sie an.

Seit den Underwoods in "House of Cards" (Sky) ist das Ritual mit dem Chardonnay ein Statussymbol karrierebewusster Partnerschaften, ein harmonisches Innehalten vor der nächsten Schandtat. Für Alkoholiker haben TV-Serien eine beruhigende Botschaft. Anders als das böse Nikotin ist ihre Droge ein Wunderelixier, das Macht und erotische Ausstrahlung verleiht.


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