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Das Datum vor dem Neubeginn

Medien | Erklärung: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

Recherchierte Reportagen, lange Interviews, außergewöhnliche Fotostrecken. So lässt sich das Wiener Monatsmagazin Datum umreißen, das in der Branche als kleine Bastion des Qualitätsjournalismus gilt. Seine Liste an Ehrungen ist lang, sie reicht vom Österreichischen Zeitschriftenpreis bis zum renommierten deutschen Axel-Springer-Preis. Erst im Februar zeichnete das Branchenblatt Der österreichische Journalist das Magazin in der Kategorie "Qualität in der Nische" aus.

Doch seit einigen Monaten werfen negative Schlagzeilen einen Schatten auf die Erfolge. Und die sind wirtschaftlicher Natur. Zum Hintergrund: 2013 stieg bei Datum die Medecco Holding ein, die Horst Pirker gehört. Pirker ist mittlerweile im Hauptberuf Chef des News-Verlags.

Im Vorjahr kaufte Pirkers Medecco die restlichen Anteile auf, die der damalige Datum-Chefredakteur Stefan Kaltenbrunner hielt. Kaltenbrunner wechselte bald darauf zum Kurier und nahm den Großteil der Redaktion mit.

Im März stieß Pirkers Medecco Datum schließlich ab, weil es angeblich nicht mehr in die strategische Positionierung seiner Holding passte.

Stefan Apfl, seit Oktober 2015 neuer Datum-Chefredakteur, hat die Titelrechte übernommen, "um dem Magazin eine Zukunft zu ermöglichen". Spätestens bis September will er Datum auf neue Beine stellen.

An der Unabhängigkeit und Qualität solle sich dabei nichts ändern. "Wir sondieren derzeit alle Optionen." Dem Vernehmen nach laufen bereits Gespräche mit potenziellen Partnern. Das Heft wird bis zum Neustart nicht erscheinen. Bestehende Abonnenten sollen ihr Abo nach der Pause um die Anzahl der entfallenen Ausgaben verlängert bekommen.


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